Psychische Gesundheit Psychische Störungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie

Über Verhaltenstherapie

Therapeutische Beziehung in der ersten Phase und "Health Belief System"



Wesentlich für die erste Therapiephase in einer KVT ist es, den Patienten zu Rückmel-
dung und Kritik zu ermutigen, so daß der Therapeut rechtzeitig erfährt, wenn der
Patient etwas nicht verstanden hat, sich überfordert oder falsch verstanden fühlt. Eine offene Kommunikation, auch über Beziehungskonflikte innerhalb der Therapie ist geeignet, Störungen auszuräumen, Widerstandsphänomenen vorzubeugen und bietet dem Patienten gleichzeitig Modell und Übungsfeld für Problembewältigung im zwischenmenschlichen Bereich.

Für die inhaltlichen Strukturierung und therapeutische Gesprächsführung in den ersten Therapiesitzungen stellen Kanfer, Reinecker und Schmelzer drei grundliegende Strategien heraus:

- Zum ersten wird die Bedeutung gegenwärtiger Verhaltensweisen für zukünfti-
ge Situationen herausgearbeitet.

- Zum zweiten wird der Inhalt des Gespräches weg von allgemeinen Aussagen
oder globalen Feststellungen hin zu spezifischen und präzisen Aufgaben ge-
lenkt.

- Zum dritten wird im Interview großer Wert darauf gelegt, daß eine Verlage-
rung von der verbalen zur erfahrungsorientierten Ebene erfolgt."

Eine wesentliche Aufgabe des ersten Therapieabschnittes besteht darin, die Vor-
stellung des Patienten bezüglich der Natur seiner Erkrankung und seiner Annahmen über psychische Gesundheit (das Health-Belief- Modell) zu erfassen, ebenso wie eventuelle Fehlattribuierungen, und diese in ein plausibles Ätiologie- und Veränderungsmodell zu überführen..

Quelle: Kanfer, F. H., Reinecker, H. und Schmelzer, D. 1991, S. 400

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