Psychische Gesundheit Psychische Störungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie

Über Psychotherapie

Orientierung an Grundbedürfnissen des Menschen

 

Um eine psychische Störung zu verbessern ist eine umfassende Kenntnis der Psyche notwendig. Diese ist individuell natürlich sehr verscheiden. Es gibt dennoch viele Aspekte, die alle Menschen gemeinsam auszeichnen. Ein wichtiger Aspekt ist so auch die Berücksichtigung von Grundbedürfnissen des Menschen bei der Psychotherapie. Die ausreichende Erfüllung dieser Bedürfnisse stellt nicht zuletzt ein Kriterium psychischer Gesundheit dar und ist somit ein zwichtiger Erfolgsindikator einer Psychotherapie. Nach Grawe (2004), der sich an Epstein (1993) anlehnt, bestehen die Grundberdürfnisse aus:

- Bedürfniss Orienterung und Kontrolle (auch Kohärenz oder Konsistenz)

- Lustgewinn / Unlustvermiedung

- Bindungsbedürfnis

- Selbstwerterhöhung

Das „zentrale Prinzip des psychischen Funktionierens“ ist das Streben nach Konsistenz und die Vermeidung von Inkonsistenz. Als „Hauptform von Inkonsistenz“ bezeichnet Grawe die Nichtübereinstimmung zwischen den Zielen eines Menschen und der Realität. Ein Mensch fühlt sich also nach Grawe wohl, wenn seine Bedürfnisse miteinander übereinstimmen (auch Konkordanz genannt) und wenn er seine Bedürfnisse befriedigen kann.

Aus den Grundbedürfnissen entspringen „motivationale Ziele“ und zwar entweder „Annäherungsziele“ (die mit positiven Emotionen einhergehen) oder „Vermeidungsziele“ (die mit negativen Emotionen verbunden sind). Wenn mehrere gleichzeitig aktivierte Grundbedürfnisse eines Menschen miteinander übereinstimmten, und wenn die Person ihre Ziele tatsächlich erreichen kann, dann erlebt der Mensch nach Grawe „Konsistenz“: die Bedürfnisse sind eindeutig und sie werden erfüllt. Wenn die Person dagegen einen Konflikt zwischen unterschiedlichen Grundbedürfnissen in sich trägt, spricht Grawe von „Diskordanz“. Wenn die Person ihre Ziele nicht erreichen kann, spricht er von „Inkongruenz“.

u.a. nach http://www.werner-eberwein.de/content/view/54/68/

Grawe, K. (2004). Neuropsychotherapie. Göttingen: Hogrefe.

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