Psychische Gesundheit Psychische Störungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie

Über Verhaltenstherapie

Verschiedene Ebenen des Verhaltens und Erlebens und ihr Zusammenhang

 

Verhaltesntherapie (VT) bemüht sich darum, konkrete und operationalisierte Ziele auf den verschiedenen Ebenen des Erlebens und Verhaltens zu verfolgen. Diese werden gemeinsam von Therapuet und Patient festgelegt, daher sollte an dieser Stelle ein Modell über diese Ebenen des Verhaltens und Erlebens vorgestellt werden.

Die Ebenen der Psyche lassen sich (nach Kanfer) folgerndermaßen unterteilen:

- Alphavanablen (Einwirkung der externen Umwelt):„Damit sind alle Einwirkungen der externen (physikalischen/- sozio-kulturellen) Umgebung gemeint; eingeschlossen sind physikalische Ereignisse als Hinweisreiz, als Verstärkerkontingenzen, aber auch Situationen, die als Folge des Verhaltens anderer Personen zustande gekommen sind. Alpha-Variablen umfassen – vereinfacht gesagt – alle Einflüsse außerhalb der Person“ (Kanfer, Reinecker & Schmelzer 2000, S. 28).

- Betavanablen (innere, von der Person selbst erzeugte Prozesse wie Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Bewerten sowie selbst erzeugte Inhalte (Ziele, Wunsche, Plane): Dies sind Verhaltensweisen bzw. Prozesse, die vorwiegend von der Person selbst in Gang gesetzt und aufrechterhalten werden. Es handelt sich um internale Prozesse wie zum Beispiel Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Bewerten,Planen, Entscheiden und Problemlösen, aber auch um kognitive Inhalte wie Ziele, Pläne, Wünsche. Auf einem höheren Auflösungsgrad werden hier auch Meta-Kognitionen (Denken über Denken), Selbstbeobachtung und kognitive Reaktionen auf selbsterzeugte Reaktionen eingeordnet. Beta-Variablen beeinflussen häufig einen breiten Bereich kognitiven und interaktionalen Verhaltens (Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2000, S. 28). Die Autoren führen weiter aus, dass die meisten der Beta- Variablen das Ergebnis der jeweiligen Sozialisation und früherer Interaktionen mit der Umgebung sind. Beta-Variablen befähigen den Menschen, Verhalten in Gang zu setzen und über lange Zeit hinweg zu steuern, ohne dass dazu weitere Anreize
aus der Umgebung kommen müssen. Diese Variablen tragen so zu einer größeren
Unabhängigkeit des Menschen von äußeren oder biologischen Bedingungen bei. Sie ermöglichen dem Menschen eine effektive Selbstregulation, deshalb finden die Beta-Variablen im Ansatz der Selbstmanagement-Therapie besondere Beachtung (Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2000, S. 32)

- Gammavanablen (genetische und biologische Einflüsse): Diese Variablen beinhalten alle Einflüsse des genetischen und biologischen Systems, einschließlich aller Merkmale der sensorischen und motorischen Ausstattung, die Strukturen und Funktionen, die für die menschliche Informationsverarbeitung notwendig sind und die Grundlage für den Umgang mit verbal- symbolischem Material bilden (Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2000, S. 29).

Quelle: Kanfer, F., Reinecker, H. & Schmelzer, D. (2006). Selbstmanagementtherapie. 4. Auflage. München: Springer.

 

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