Methoden und Techniken
Gesprächspsychotherapie
NEben der Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie und der Psychoanalyse stellt die Gesprächspsychotherapie (GT) eine weitere eigenständige "Therapieschule" dar. Heutzutage werden viele Elememente der GT auch in der Verhaltenstherapie angewendet. Gerade in Bezug auf die therapeutische Beziehung gilt die GT dabei als wichtig: Die therapeutische Beziehung ist demnach immer eine Wechselwirkung zwischen Patient und Psychoherapeut. In Anlehnung an Gelso und Carter (1994) gehe ich von einer allgemeiner gehaltenen, klaren Vorstellung aus: Zur „therapeutischen Beziehung" gehören Gefühle und Einstellungen, die Patienten und Psychotherapeuten füreinander entwickelt haben, und auch die Art und Weise, wie sie diese zum Ausdruck bringen und miteinander umgehen.
Von Anbeginn an war die therapeutische Beziehung
auch fundamentaler Bestandteil psychoanalytischer Therapie
(Freud, 1910). Carl Rogers begann in den 50er Jahren im
Rahmen seiner klientenzentrierten, nicht direktiven
Gesprächstherapie, verschiedene Therapeutenvariablen
zu beschreiben (Lambert et al., 2002; Rogers, 1958;Truaux et al., 1967):
1. Empathisches Verstehen (Wie weit kann der Psychotherapeut sein Bemühen um Bewusstheit und Verstehen dem Patienten in verständlicher Weise kommunizieren?)
2. Wärme und positive Wertschätzung (Wie weit kann er wertfreies Mitfühlen und Respekt für die Person dem Patienten zeigen, ohne besitzergreifend zu sein?)
3. Kongruenz (Wie weit kann er weniger defensiv, dafür wirklichkeitsnah und echt sein in seiner Interaktion mit dem Patienten?).
Diese Therapeutenvariablen gelten heute als begünstigende Bedingungen für psychotherapeutisches Arbeiten.