Psychische Gesundheit Psychische Störungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie

Methoden und Techniken

7 Phasen (Ablauf-)Modell der Psychotherapie nach Kanfer

 

Kanfer (1991, S 147 ff) faßt das Basiskonzept seines Selbstmanagement-Ansatzes in einem siebenstufigen Prozeßmodell der Psychotherapie zusammen. Dieses Modell ist rekursiv, d.h. im Verlauf kann bei Nichtereichen bestimmter Phasenziele zu Schwerpunkten früheren Phasen zurückgekehrt werden. Im Folgenden sind diese Phasen dargestellt:


1. Eingangsphase: Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen
• Rollenstrukturierung
• Bildung einer kooperativen Arbeitsbeziehung
• Beginn der problembezogenen Informationssammlung
• Gestaltung der „äußeren Therapiesituation"


2. Aufbau von „Änderungsmotivation" und vorläufige Auswahl von Änderungsbereichen
• Nutzung von „inhärenten" Motivationsbedingungen des Selbstmanagement-Konzepts
• Reduktion von Demoralisierung und Resignation
• Einsatz spezieller Motivationsstrategien
• Erste Ansätze einer „Ziel-Wert-Klärung"
• (Vorläufige) sachliche und motivationsabhängige Auswahl von Änderungsbereichen


3. Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell
• situative Verhaltensanalyse (von Makro- zu Mikroebene)
• kontextuelle Verhaltensanalyse (von Mikro- zu Makroebene)
• Erstellunge eines (vorläufigen) funktionalen Bedingungsmodells


4. Vereinbaren therapeutischer Ziele
• Klärung von Therapiezielen
• Gemeinsame Zielanalyse
• Konsens über therapeutische Zielperspektiven


5. Planung, Auswahl und Durchführung spezieller Methoden
• Planung spezieller Maßnahmen (auf Basis der Informationen aus den Phasen 1-4)
• Entscheidung über spezielle Intervention
• Durchführung der Maßnahmen


6. Evaluation therapeutischer Fortschritte
• Kontinuierliche therapiebegleitende Diagnostik
• Prä-/ Post-Evaluation
• „Zielabhängige" Evaluation des Einzelfalls


7. Endphase: Erfolgsoptimierung und Therapieabschluß
• Stabilisierung und Transfer therapeutischer Fortschritte
• Arbeit an restlichen therapeutischen Ansatzpunkten bzw. Bearbeiten neuer therapeutischer Ziele
• Erlernen von Selbstmanagement als Prozeß
• Beendigung/ Ausblenden der Kontakte
• Abschluß-Feedback
• Vorbereitung von „Follow-up" bzw. von Katamnesen

Quelle: Kanfer, F.H., Reinecker, H. & Schmelzer, D. 1991. Selbstmanagement - Therapie. Ein Lehrbuch für die klinische Praxis. Berlin: Springer.

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