Methoden und Techniken
Premack-Prinzip
Das Premack-Prinzip ist eine Technik zur Verhaltensveränderung. Hierbei werden sehr häufig vorkommende Verhaltensweisen (diese Verhaltensweisen stellen vermutlich sekundäre Verstäker dar) als Verstäker für aufzubauendes Verhalten angewendet. Das Premck-Prinzip macht sich somit ein Verhalten für ein anders zu nutzen. Dabei wird ein erwünschtes Verhalten (z.B. innerliches Aufsagen ermutigender Sätze, wie "Ich schffe das"), welches eine NIEDRIGE Auftrittswahrscheinlichkeit hat, an ein Verhalten mit großer Auttrittswahrscheinlchkeit gekoppelt (z.B. Griff nach dem Protemonai).
Hintergrund: Das Premack-Prinzip ist eine Fortentwicklung auf dem Gebiet der Verhaltensformung durch Belohnung (der operanten Konditionierung). Schon lange vorher waren Testtiere – zum Beispiel in einer Skinner-Box – dazu gebracht worden, einen Hebel zu drücken, weil dieses Verhalten durch Futter belohnt wurde. Premack hatte seinerzeit den Gedanken, dass man einen solchen Zusammenhang (zum Beispiel: auf das Laufen in einem Laufrad folgt eine Belohnung in Form von Trinken-Dürfen) gleichsam auf den Kopf stellen könne: Bei Ratten konnte er tatsächlich zeigen, dass einerseits das Trinken-Dürfen nach einem Lauf im Laufrad - aus einer zuvor nicht verfügbaren Flasche - das Laufverhalten beförderte, dass umgekehrt aber auch das Laufen-Dürfen (sprich: das Lösen einer Bremse am Laufrad durch den Versuchsleiter, wenn an der Wasserflasche geleckt wurde) zu einer Steigerung des Leckens an der Wasserflasche führte. Die Erkenntnis einer Umkehrbarkeit der Zusammenhänge deckte eine überraschende Unzulänglichkeit der damals vorherrschenden Lerntheorien auf, besagt das Premack-Prinzip doch nichts anderes als: Verhaltensweisen mit hoher Auftretenswahrscheinlichkeit (beim Menschen zum Beispiel spielen) können als Verstärker für Verhaltensweisen mit geringer Auftretenswahrscheinlichkeit (zum Beispiel Vokabeln lernen) verwendet werden. Auch mehr als 40 Jahre nach seiner Formulierung hat das Premack-Prinzip nichts von seiner Bedeutung für die Verhaltensformung verloren.