Psychische Gesundheit Psychische Störungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie

Depression und Affektive Störungen

Diagnostik der Depression und affektiven Störungen (Fortsetzung)

 

Hier die ICD-10 Forschungskriterien der depressiven Episode:

 

Mindestens 2 (für eine schwere Depression 3) der folgenden Symptome liegen vor:

depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmaß, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen und mindestens 2 Wochen anhaltend;

Interessen- oder Freudenverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren;

verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit.

  1. Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühles;
  2. unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle;
  3. Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid; suizidales Verhalten;
  4. Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit;
  5. psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv);
  6. Schlafstörungen jeder Art;
  7. Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung.


Abstufung der Depression in Schweregrade:

- bei „mit psychotischen Symptomen“ starke Ausprägung von Halluzinationen, Wahnideen, psychomotorische Hemmung oder Stupor erforderlich.

Differentialdiagnostisch sind Schildrüsenunterfunktion, schizoaffektive Störung, Alkohol und Medikamenteneinwirkung sowie Demenz auszuschließen.

Anstelle der depressiven Persönlichkeitsstörung -Typus melancholicus- wurde in ICD 10 „Dysthymia“ eingeführt. Hierbei handelt es sich um eine chronische, wenigstens mehrere (2) Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. (nach Senf und Broda, 2000). Neben den typischen depressiven Symptomen sind auch sozialer Rückzug, verminderte Gesprächigkeit, Pessimismus, Neigung zum Weinen sowie das Gefühl von Hoffnungslosigkeit zu beobachten.

Depressive Episoden können zusätzlich von so genannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust.

Auch eine sog. „double Depression“ ist möglich. Hierbei tritt neben der lang andauernden Dysthymie auch eine depressive Episode auf.

Bipolare Störu ngen können unterteilt werden in Bipolar I (Hypomanie) und Bipolar II (Manie) Störungen.
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