Depression und Affektive Störungen
IPT
Die IPT entspringt der psychodynamischen und interpersonellen Therapieschule. Sie betont aber die Arbeit im „Hier und Jetzt“, ist eher „atheoretisch“ und verzichtet auf eine theoretische Verankerung. Trotzdem ist die IPT weit verbreitet und Wirksamkeitsnachweise liegen vor. Es wird insbesondere die Auseinandersetzung und Optimierung der Erfüllung sozialer Rollen und die Bearbeitung problematischer zwischenmenschlicher Interaktionen angestrebt. Dabei wird angenommen, dass sich frühere zwischenmenschliche und psychische Erfahrungen des Patienten im aktuellen (sozialen) Verhalten zeigen. Der Ablauf stellt sich wie folgt dar:
- Festlegung interpersonelle Zielbereiche (Zwei von vier Bereichen: Verlust und Trauer, Partnerkonflikt, Transition (Rollenwechsel), interpersonelle Defizite).
- Zusammenhang Erkrankung-interpersoneller Kontext durch Klärung z. B. unbefriedigender interpersoneller Aspekte, Erwartungen der Partner zueinander, Veränderungswünsche; Letztlich folgt die Festlegung von Behandlungszielen.
- Mittlere Phase: Exploration einzelner Problembereiche, Herausarbeiten von Wahrnehmungen und Erwartungen, Analyse möglicher Handlungsalternativen und Lösungsmöglichkeiten, Aufbau neuer Verhaltensmuster
- Abschlussphase („Abschied“ von der Therapie), in der auch explizit die Emotionen Trauer, Wut etc. angesprochen und der Umgang damit besprochen wird. Auch die erreichten autonomen Kompetenzen werden hier deutlich gemacht!