Depression und Affektive Störungen
Therapie nach Lewinsohn (Fortsetzung)
Grundprinzipien der Selbstmodifikation (Selbstkontrollansatz):
Drei Bestandteile der Selbstmodifikation
1. Der Glaube daran, dass man sich verändern kann (Psychoedukation)
2. Die Erkenntnis, dass Selbststeuerung eine erlernbare Fähigkeit ist (siehe oben)
3. Die Ausarbeitung eines Handlungsplans
Die Erstellung eines Selbstmodifikationsplanes erfolgt in 7 Schritten:
- Problembestimmung und genaue Eingrenzung des Problems: (Verhalten, Gedanke muss spezifisch, beobachtbar und zählbar sein; Es soll gesteigert, reduziert oder neu gelernt werden.
- Selbstbeobachtung und Sammlung von Ausgangsdaten: Grundrate bestimmen und fortlaufende Überprüfung; Protokoll, Festlegung Veränderungsziel.
- Feststellung von Antezedentien (=vorausgehende Bedingungen): Soz. Sit., Gedanken, Gefühle, Verhalten anderer; Antezedentien können auf drei Arten kontrolliert werden: Vermeidung, Veränderung, Nichtbeachtung (=keine Reaktion darauf zeigen).
- Feststellung von Konsequenzen (neg., pos., eigene Reaktion, Reaktion anderer): Um ein Verhalten zu steigern, sollten möglichst viele positive und möglichst wenige negative Konsequenzen erfolgen; Um ein Verhalten abzubauen, sollten keine positiven Konsequenzen auf das Verhalten erfolgen.
- Zielfestlegung: realistisch, kleine Schritte, flexible Ziele, nur dann weiter steigern, wenn bereits etwas erreicht wurde.
- Vertrag: Abkommen mit sich selbst zum Zweck der eigenen Belohnung, wenn ein bestimmter Schritt erreicht wurde. Auf Kontingenz achten!
- Auswahl von Verstärkern: verfügbar, wirksam, unter der eigenen Kontrolle, Kontingenz, evtl. Verstärkerliste.