Depression und Affektive Störungen
Neu entwickelte Modelle
• Kanfer & Hagermann (1981) entwerfen in Anlehnung an das Selbstkontrollmodell von Rehm (1977) ein Erklärungsmodell, das die Interaktion biologischer, emotionaler, kognitiver und interaktioneller Prozesse betont, doch den psychischen Selbstregulationsprozessen zentrale Bedeutung beimisst. Danach ist die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Depression erhöht bei
- Personen mit hohem Anspruchsniveau in bestimmten Lebensbereichen,
- Personen mit begrenztem Repertoire sozialer Fähigkeiten,
- Personen mit (bereits prämorbid vorhandenem) hohem Ausmaß an Selbstkritik
- Personen, deren Aufmerksamkeit auf Bereiche gerichtet ist, in denen eine Kompetenzabnahme wahrgenommen wird.
• Steinmeyer (1988) formuliert ein integratives Modell affektiver Störungen. Es beinhaltet:
- prädisponierende Faktoren: geringe Externaltität, hohe emotionale Labilität, hohe Selbstanforderungen, interpersonale Abhängigkeit, geringe soziale Kompetenz
- kognitive Stile, die via Selbstwertverlust auf die Symptomentstehung Einfluss nehmen,
- kritische Lebensereignisse, die direkten Einfluss auf Angstsymptome und in schwächerer Weise auf depressive Symptome nehmen