Depression und Affektive Störungen
Prävalenz
Die Lebens-zeitprävalenz der Depression und Dysthymie liegt bei 14-17%. Die Punktprävalenz wird mit ca. 5 % (Hautzinger, 1998) teilweise mit bis zu 10% angegeben (Senf und Broda, 2000). Die Inzidenzrate p. A. liegt bei 1 – 2%. Die Geschlechtsverteilung liegt bei 2(Frauen):1(Männer), bei chronischen Verläufen der Depression sogar bei 3:1. 15 % der Erkrankungen enden mit einem Suizid der Betroffenen.
Depressionen sind die dritthäufigste Form psychischer Störungen in der Bevölkerung.
Bei 40-50% der Patienten, die an einer Depression leiden liegt eine Komorbidität vor! Die häufigsten komorbiden Störungen sind Angsterkrankungen, Suchterkrankungen, somatoforme Störungen und Persönlichekitsstörungen. Auch sind sog. „Double Depressions“ sowie gehäufte psychosomatische Erkrankungen zu beobachten. Depressive Patienten leiden auch häufiger unter Herzkrankheiten, Asthma, Allergien und Diabetes.
Das häufigste Erstmanifestationsalter der Depression liegt ca. zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Allerdings sind auch schon bei Kindern und Jugendlichen depressive Störungen zu finden. Ein zweiter Gipfel der Ersterkrankungen findet sich bei Personen über 60 Jahre (sog. „late-onset Depression“). Die Punktprävalenz von depressiv Erkrankten über dem 65. Lebensjahr wird auf 15 - 25% geschätzt. Nach http://www.psychiatriegespraech.de liegt die Punktprävalenz depressiver Erkrankungen in Alten- und Pflegeheimen sogar bei 25 - 40%.
Ein weiterer Risikofaktor der Erkrankung an einer Depression besteht für Menschen, die in ihrer Lebensgeschichte bereits unter einer Angststörung, insbesondere unter einer generalisierten Angststörung gelitten haben.
Protektive Faktoren sind positive Sozialbeziehungen, positive Wohnverhältnisse sowie positive berufliche Bedingungen. Die niedrigste Depressionsrate haben verheiratete Personen, mit höherer Bildung, in beruflich sicherer Anstellung, mit Lebensraum in eher ländlich-kleinstädtischer Umgebung.
Die Lebenszeitprävalenz für bipolare Störungen liegt bei 0,5 – 3%. Das Geschlechtsverhältnis ist hier ausgeglichen. Bipolare Störungen und rezidivierende Depressionen werden v. a. durch kritische Lebensereignisse ausgelöst. Allgmeiner Stress stellt hier somit ein Erkrankungsrisiko dar (nach Senf & Broda, 2000).