Essstoerungen
Differantialdiagnose
Wichtig hierbei sind der Ausschluss somatischer Erkrankungen und die Beantwortung der Frage, ob die physische Situation der Patientin ausreichend stabil für eine Psychotherapie ist oder nicht.
- Somatische Differenzialdiagnosen bei AN und BN:
- Malabsorbtionssyndrome
- Anämie
- Hypercalciämie
- Schilddrüsenfünktionsstörungen
- Diabetes mellitus
- Tumorerkrankungen
- Stenosen im Gastrointestinalraum
- Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis) etc.
- Psychische Differenzialdiagnosen bei AN und BN:
- Anorektische Reaktionen oder psychogenes erbrechen im Rahmen von Belastungs- und Anpassungsstörungen
- Somatoforme Störungen
- Dissoziative Störungen
- Borderline-Persönlichkeitsstörungen
- Zwangsstörungen
- Depressive Syndrome
- Schizophrene Psychosen oder andere wahnhafte Störungen
- Häufige komorbide Störungen bei Anorexia und Bulimia nervosa
- Affektive Störungen: Major Depression und Dysthymie bei beiden Störungen relativ häufig.
- Angststörungen: Zwangsstörungen, zwanghafte Persönlichkeitsstörungen, häufiger bei AN, Soziale Phobie häufiger bei BN.
- Substanzmissbrauch und -abhängigkeit: Häufiger bei BN
- Persönlichkeitsstörungen: Antisoziale-, Borderline-, histrionische- und narzisstische PS häufiger bei bulimischen Formen von AN und BN. Vermeidend selbstunsichere, dependende und zwanghafte PS bei beiden Störungen.
- Diagnostische Verfahren
- Strukturierte Interviews (z.B. SKID oder DIPS) oder Selbstbeurteilungsbogen wie FEV (Fragebogen zum Essverhalten), ANIS (Anorexia-nervosa-Inventar). Zur Erfassung der allgemeinen Psychopathologie dienen Selbstbeurteilungsbogen wie BDI, SCL-90-R, U-Fragebogen und der FBeK (Fragebogen zur Beurteilung des eigenen Körpers).