Essstoerungen
Störungsmodelle
Im Folgenden wird das wichtigste Wissen über die Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen wiedergegeben:
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Potenzielle Risikofaktoren bei Essstörungen
- Psychosoziale Faktoren:
- Geschlecht
- Gesellschaftliches Schlankheitsideal
- Diätverhalten-Gezügeltes Essverhalten (Fressanfälle als Folge von Hungerperioden) / Übermäßige Bedeutsamkeit von Figur und Gewicht
- Familiäre Interaktions- und Kommunikationsmuster (z.B. Verstrickung, Überprotektivität, geringer elterlicher Kontakt, hohe Erwartungen der Eltern)
- Familiäre Erkrankungen (Häufungen von Substanzmissbrauch bei Familienmitgliedern bulimischer Patientinnen; ebenso erhöhte Raten sozialer Phobie und Zwangserkrankungen).
- Mangelndes Selbstwertgefühl
- Psychiatrische Komorbidität, Depression, Zwangserkrankungen
- Prämorbides Übergewicht (gehäuft bei bulimischen Patientinnen und Binge-Eating-Störungen)
- Elterliches Übergewicht
- Sexueller Missbrauch (unspezifischer Risikofaktor)
- Belastende Lebensereignisse (z.B. Scheidung der Eltern)
- Perfektionismus
- Teilnahme am Leistungssport / extreme körperliche Aktivität
- Mangelnde Interozeption (Störungen in der Interozeptionsfähigkeit, d.h. in der Wahrnehmung intemaler / affektiver und viszeraler Reize gelten als Prädiktor für BN).
- Kindliche Essstörungen und gastrointestinale Probleme (als kindliche Prädiktoren für spätere Essstörungen sind häufige Streitigkeiten während der Mahlzeiten; Verdauungsprobleme und wählerisches Essverhalten bei kleinen Kindern).
- Biologische Faktoren:
- Genetische Faktoren (in Zwillingsstudien signifikant höhere Konkordanzraten) / Molekularbiologische Befunde
- Zusammenhang zwischen Depressionen, Serotonin und Essstörungen (Befunde zeigten eine reduzierte Aktivität des serotonergen Systems bei Patientinnen mit BN, Zusammenhang zwischen Serotonin und Heißhungeranfällen. Wirksamkeit antidepressiver Medikation).
- Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen (Im Rahmen einer Querschnittstudie von Cnattingius et al, 1999 war eine vorzeitige Geburt mit einem erhöhten Risiko für AN und Geburtskomplikationen mit einem erhöhten Risiko für AN und BN assoziiert).