Psychische Gesundheit Psychische Störungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie

Essstoerungen

Störungsmodelle (Fortsetzung)


 

 

 

 

 

Hier ist das Kognitiv-verhaltens-theoretische Störungsmodell zu sehen

Der Teufelskreis beschreibt eine Folge von restriktivem Essen, Heißhungeranfällen, Kompensation und verstärktem Diäthalten.

Bei bulimischen Patientinnen, die außerhalb der Heißhungeranfälle nicht streng restriktiv essen, stagniert der anfänglich erreichte Gewichtsverlust meist nach einiger Zeit auf Grund metabolischer Anpassungen. Gleichzeitig verschärft sich die bereits zuvor bestehende kognitive Einengung auf Figur und Gewicht immer mehr, andere Folgeerscheinungen nehmen zu (z.B. soziale Kontakte werden vernachlässigt, es kommt zu Stimmungsverschlechterungen, erhöhter Reizbarkeit, körperlichen Folgen etc.). Im weiteren Verlauf kommt es bei Patientinnen mit Heißhungeranfällen dann oftmals zu Generalisierungen, d.h. die Heißhungeranfälle erhalten über die deprivationsbedingten Situationen hinaus eine generelle spannungs- oder emotionsregulierende Funktion. Insbesondere negative Gefühle wie Angst, Enttäuschung, Traurigkeit oder Anspannung werden dadurch kurzfristig vermieden, langfristig wird das Selbstwertgefühl weiter geschwächt, die zuvor bestehenden Problembereiche und Defizite bleiben bestehen oder verschlimmern sich.

Bei restriktiven anorektischen Patientinnen ist der unmittelbare Erfolg bei der Nahrungseinschränkung und das darauf folgende positive Gefühl von Selbstkontrolle als zentraler Verstärker und damit aufrechterhaltende Bedingung für die weitere Restriktion anzusehen. Das Gefühl von Kontrolle über das Essen wird zunehmend zum alleinigen Maßstab für das Selbstwertgefühl. Über die Kontrolle des Essens kontrollieren die Patientinnen all das, was in ihrem Leben von Bedeutung ist. Auf diesem Wege verhindern sie auch, sich mit anderen Schwierigkeiten und Defiziten auseinanderzusetzen.

 

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