Essstoerungen
Therapie (Fortsetzung)
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Informationsvermittlung/Psychoedukation
Neben der Vemittlung des Therapierationals soll über folgende Punkte informiert werden:
- Diätverhalten, Essstörungen, Hunger und Sättigung
- Die Bedeutung eines bestimmten „gesunden" Körpergewichts
- Körperliche Folgeschäden von Essstörungen
- Die Wirksamkeit von Erbrechen und Abführmitteln zur Gewichtsreduktion
- Soziokulturelle Einflüsse, Umgang mit dem Schönheitsideal der Medien
Problemanalyse:
Identifikation auslösender und aufrechterhaltender Bedingungen für gestörtes Essverhalten („äußere" und „innere" Auslösebedingungen):
Typische äußere Auslösebedingungen:
- Zuhause allein, unausgefüllte Zeit, müsste eigentlich lernen.
- Innenstadt: Anblick von Nahrungsmitteln, die ich mir nicht erlaube.
Typische innere Auslösebedingungen (Gefühle und körperliche Zustände):
- Wut/Ärger über meine Eltern, die mich ständig bevormunden.
- Angst vor Ablehnung (v. a. auf den Freund bezogen)
- Gedanken: "Du musst abnehmen", „Du darfst heute nichts mehr essen, sonst siehst du heute Abend nicht gut aus"
- Völlegefühle
- Ständige Gedanken an Essen
Einsatz kognitiver Techniken:
Zur Identifikation und Korrektur verzerrter Einstellungen z.B. Dichotomes Denken oder Alles-oder-Nichts-Denken; Übergenerahsierung etc.
Bearbeitung der Körperschemastörung:
- Spiegelübungen/Video-Feedback
- Übungen zur Kontaktaufnahme (meist in Gruppe, sich berühren und so in „Kontakt" treten
- Vertrauensübungen (z.B. sich mit verbundenen Augen führen lassen; sich in einem größeren Kreis fallen und auffangen lassen)
- Übungen zur Körpererfahrung (Konfrontation vor Spiegel oder Kamera s. o.; Entspannungsübungen, Atemübungen, Massageübungen)
- Übungen zum Körperausdruck (Verbesserung des Körperausdrucks durch Bewegungsübungen wie Tanz, Pantomime etc.)
- Kleine Übungen zur Verbesserung des Körpergefühls wie bestimmte Kleidung auswählen (bequem, nicht zu eng, weich)
- Vermeidung von Gesprächen über Figur und Gewicht, Nicht-Ansehen von Modezeitschriften
Rückfallprophylaxe
Diese umfasst das Ausblenden der Therapie und der externen Kontrolle und die Identifikation und Analyse von Rückfallsituationen z. B. über Selbstbeobachtung.