Somatoforme Störungen
Somatoforme Störungen - Therapeutische Praxis
Wie sieht also die therapeutische Praxis aus? Patienten sind im Vorfeld häufig nicht ernst genommen worden. Oftmals besteht schon lange vorher eine Arbeitsunfähigkeit, ist ein Antrag auf Rente gestellt oder die Rente ist bereits bewilligt. Man sollte die Patienten sehr ernst nehmen in ihrer Sichtweise. Differenzialdiagnostisch muss dafür gesorgt werden, dass ausschließlich körperliche Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden. Am Anfang der Therapie können Patienten die Therapieziele selbst kaum formulieren.
Am Anfang der Therapie steht dann die Vermittlung eines Psycho-physiologischen Störungsmodells: Anhand des vorhandenen Modells sollte Schritt für Schritt mit dem Patienten ein individuelles Störungs-Modell erarbeitet werden, dabei wird mittels sokratischem Dialog und mit Verhaltens-Experimenten vorgangen. Es wird dabei immer die Multifaktorielle Genese der Erkrankung betont. Im weiteren sollten Symptom-Tagebücher. vom Patienten ausgefüllt werden. Evtl. kann ein Biofeedback den Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und physiologischer Erregung deutlich machen.
Später folgt die Vermittlung von Bewältigungsstrategien und Entspannungstechniken ( die Wirkung von Entspannungstechniken zeigt sich allerdings meist erst nach Wochen). Aufmerksamkeitsübungen (Dabei kann es zunächst zu einer Verstärkung der Symptomen kommen, langfristig jedoch zu einer Besserung) und Expositionen stehen auf dem Plan. Zum Beispiel kann man Patienten mit Büchern über Medizin konfrontieren oder ein Krankenhausbesuch durchführen. Weiterhin wird das checking-behaviour möglichst unterbrochen. Weiterhin kann unterstützend das Training sozialer Kompetenzen durchgeführt werden.